June 12, 2020

MX Linux: Das Jahr 2003 lässt grüßen

MX Linux: Das Jahr 2003 lässt grüßen

MX Linux ist ein Zusammenschluss der Distributionen Mepis und Antix. Ich selbst konnte es damals 2003 gar nicht erwarten Mepis installieren zu können. Eifrig verfolgte ich die Fortschritte, welche die Distribution machte und war echt erstaunt, dass nach der Installation auf Anhieb alles auf meinem damaligen PC funktionierte. Das hatten einige andere Distributionen bis dato noch nicht geschafft. Zudem brachte Mepis eine Vielzahl kleiner Scripte mit, welche einem das Leben echt erleichterten.
In meiner damaligen Anstellung als Linux Administrator brachte ich das neue Wunderwerk am Distributionshimmel auch sogleich mit an die Arbeit und verteilte es eifrig unter den Kollegen. Man konnte sagen: Ich war Fan!

Schaut man sich heute die Charts der Linux-Jünger auf Distrowatch an, so könnte man meinen wir würden uns immer noch im Jahr 2003 befinden. Denn auf Platz 1 thront seit einiger Zeit das ca. 1,6 GB große System MX Linux.

Und das sogar mit einigem Abstand, wenn es nach den HPDs (Zugriffen pro Tag) geht. Wie es da allerdings gelandet ist und noch eher: sich da auch seit einiger Zeit hält, ist mir allerdings ein Rätsel. Ich kann es mir eigentlich nur über Bot Traffic erklären ...

Wirft man einen Blick auf das System sollte jeder vernünftige Mensch zu dem gleichen Schluss kommen.

Nach der Installation wartet auf einen das mit Abstand hässlichste Wallpaper, welches MX Linux zu bieten hat. Allgemein hat man bei der Auswahl des Designs das Gefühl, es wäre noch das Jahr 2003. Hey im Ernst man erkennt fast keinen Unterschied. Doch einen gibt es: auf Anhieb funktioniert hier nicht alles. Ich darf erstmal das Tastaturlayout umstellen, welches ich zwar erst 5 Minuten eher bei der Installation angegeben habe.
Im allgemeinen muss für mein Empfinden der Desktop erstmal aufgeräumt werden: Conky weg, Leiste konfigurieren, Wallpaper wechseln, Theme aussuchen (es geht tatsächlich noch schlimmer), alles Sachen, die man bei einer neuen Distribution eh macht. Bzw. der erfahrene Linux User so tut.


Da es eine ordentliche Auswahl vorinstallierter Themes gibt sollte hier eigentlich für jeden etwas dabei sein und vielleicht gibt es ja den ein oder anderen dem das Standard Design gefällt. Is ja Geschmackssache ....

Viele Scripte bringt das System auf jeden Fall wieder mit, unter anderem eines zur Konfiguration der Soundkarte. Ja Soundkarte. Sollte jemand noch eine haben, hier kann er sie konfigurieren.

Allgemein Frage ich mich bei der Auswahl der Scripte aber eigentlich schon, wieso man nicht einfach auf einen anderen Desktop setzt oder teilweise einfach die Boardmittel von XFCE nutzt, die auch besser funktionieren und man sich so die Arbeit am eigenen Script gespart hätte.
Für wen soll die Distribution sein?
Anfänger: werden von der Masse an Einstellmöglichkeiten an 10 unterschiedlichen Stellen erschlagen.
Fortgeschrittene: konfigurieren sich ihren Desktop eh wie sie es kennen und wollen und sind somit nicht auf die Hilfe der Distribution angewiesen.
Linux Nerds: die die Integration von Systemd in den meisten Distributionen immer noch nicht verdaut haben?

Ich kann es ehrlich gesagt nicht sagen. Fan bin ich auf jeden Fall nicht mehr und werde es wohl so schnell auch nicht mehr werden.....

P.S.: Es gibt auch Enten!